Das Spiel-Cover! Soso...ab 0?

Hab ich etwa vergessen, meinen Senf zu Paper Mario: Sticker Star abzulassen? Nicht so schlimm, kann ich ja noch nachholen. Paper Mario: Sticker Star ist der Nachfolger der Spiele Paper Mario, Paper Mario: Die Legende vom Äonentor und Super Paper Mario - alles drei grandiose Spiele! - also sieht es für Paper Mario: Sticker Star nicht schlecht aus, oder?

Zur Story

Einmal im Jahr findet im Pilzkönigreich ein Fest statt, auf dem ein Stickerkomet auf die Erde kommt, der den Bewohnern des Pilzkönigreiches ihre Wünsche erfüllt. Freilich nutzt Bowser die Gelegenheit, den Stickerkometen zu klauen und sich so seine Wünsche zu erfüllen. Dabei ging allerdings etwas schief... Der Stickerkomet fliegt hoch in die Luft und fliegt in 6 Teile auseinander, 5 davon fliegen weit weit weg, der letzte fällt zurück in die Stadt - und zwar genau auf Bowsers Kopf! Dieser verliert dadurch scheinbar die Kontrolle und bekommt ungeahnte Macht. Mario versucht Bowser zwar zu besiegen, aber er schlägt fehl...

...und wacht auf dem zertrümmerten Stickerfest-Gelände auf, auf dem er sogleich eine silberne Krone namensKersti trifft. Diese beschuldigt Mario, den Stickerkometen zerstört zu haben, und fordert ihn auf, die 6 Royalsticker (quasi die 6 Kometenteile) wieder einzusammeln. Um sich vor den Feinden der Welt zu schützen, borgt sie ihm ein Album, in dem er Kampfsticker einkleben kann. Außerdem begleitet sie ihn als Beraterin (Wie Tippi in Super Paper Mario).

Nachdem sie die Stadt verlassen haben, erreichen sie die Weltenkarte. Die Weltenkarte ist in 6 Kapitel unterteilt, wie Grasland, Wüste, Wald usw.. Dass die Mario Bros.-Welten genommen wurden, ist sehr schade. Wer erwartet, in einem Kristallpalast gegen sein Spiegelbild zu kämpfen, in einem Zug Detektiv zu spielen oder im Weltraum zu fliegen, den muss ich enttäuschen: Derartige Umgebungen existieren im Spiel nicht.

Alles dreht sich um Sticker

Es gibt fast 100 Arten dieser Kampfsticker, neben normalen Sprüngen und Hämmern gibt es auch noch Sticker, die an die Orden der ersten beiden Teile erinnern könnten, wie z.B. der Seriensprung, der inetwa dem Multisprung entspricht. Stärkere Versionen hat jeder Sticker, die stärkeren heißen dann Glitzer-xy bzw. Color-xy. Die GANZ starken Versionen sind zudem größer und nehmen mehr Platz im Album ein, weswegen weniger Platz für die anderen Sticker übrig bleibt.

Neben den Kampfstickern gibt es auch "Dingse". Dabei handelt es sich um Gegenstände aus der realen Welt, die es in das Mario-Universum geschafft haben. In einer Einrichtung der "Hauptstadt" Stickershoven kann man die Dingse in Sticker umwandeln. Für einige Rätsel - genauer gesagt für alle, den Schalterrätsel etc. kommen nicht vor - muss man durch "papierisieren", also Dinge in die Umgebung kleben, diese Dingssticker mehr oder weniger sinnvoll unterbringen. Ein einfaches Beispiel: Man steht vor einer Reihe Bowling-Pins und hat einen Bowlingkugel, die man aber noch nicht zu einem Sticker gemacht hat. Also, geht man den ganzen Weg aus dem Level heraus nach Stickershoven, macht das Dings zu nem Sticker, geht wieder aus Sticker-Hoven raus, macht nochmal das halbe Level und pflanzt den Sticker an die entsprechende Stelle. Die Rätsel sind entweder lachhaft leicht oder unlogisch, und das ganze hin- und her gelaufe kann schon auf die Nerven gehen.

Auf der Overworld

Paper Mario: Sticker Star ist rein optisch absolut spitze. Der 3D-Effekt sieht toll aus (ist im Spiel nicht nötig, hilft aber beim entdecken einiger Geheimnisse), und alles ist im Paper-Look gehalten. Zu viel im Paper-Look gehalten, mir hat das Design der Vorgänger ehrlich gesagt besser gefallen, als dass man ständig an das "Paper" im Titel des Spiels erinnert wird. Denn Paper Mario: Sticker Star sieht aus, als würde man auf das Schulmodell eines talentierten Grundschülers blicken.

Kommen wir mal zur Overworld an sich: Es gibt sehr viel zu Entdecken, man muss alles absuchen, um nicht einen besonders starken Sticker oder gar ein Dings zu übersehen. Die Dingse, und die sehr starken Mega-Color-Sticker, die gibt es nämlich jeweils bloß ein mal im Spiel und damit kann man von Glück reden, hat man nichts übersehen! Wer es tatsächlich schafft, alle Dingse zu sammeln, ohne auch nur einmal in eine Komplettlösung zu spicken, der hat meinen Respekt verdient! Denn die sind manchmal so abartig versteckt, man glaubt es kaum...

Was darf auf einer Overworld natürlich nicht fehlen? Richtig- Gegner! Natürlich gibt's wieder überall eine Vielzahl an Gegnern wie Koopas, Gumbas, Bob-Ombs, und so weiter. Aber in diesem Spiel wurde ein für RPGs sehr sehr wichtiges Element rausgenommen: Erfahrungspunkte! (In den Paper Mario-Vorgängern als Sternenpunkte bekannt) Also, wieso sollte man kämpfen? Ganz einfach: Es gibt keinen Grund. Man kämpft nur gegen Gegner, die auf der Overworld extrem nerven (z.B. die Eisbrüder indem sie Eisbälle herumwerfen) Gut, es gibt Münzen, aber mit den Münzen kann man sich nur Sticker kaufen, und da man einfach wieder in alte Kapitel kann und die Sticker dann alle wieder da sind, kann man die Münzen eigentlich zu nichts gebrauchen, abgesehen von dem Sticker-Rad, einem zusätzlichen Kampf-Element: Man kann es für ein paar Münzen drehen, und wenn man die 3 Walzen mit dem richtigem Timing stoppt, kann man, je nachdem wie viele Symbole man zusammenbekommt, 2 bzw. 3 mal angreifen. Mehr gibt es zu den Kämpfen eigentlich nicht zu sagen: Man kann einen Sticker benutzen, man kann fliehen, und man kann am Sticker-Rad drehen... und dann mehrere Sticker benutzen.

Diverses

Boss-Kämpfe: Die Boss-Kämpfe sind meist außergewöhnlich schwer. Allerdings kommt es eher darauf an, wie man sich auf den Boss vorbereitet, als auf den Skill beim Kampf. Taktisches Denken ist ohnehin untersagt (abgesehen von solchen Kombinationen wie POW-Block -> irgendwas). Jeder Boss hat irgendeine Schwäche für ein Dings, aber das richtige Dings kann man eigentlich nur durch Glück oder Google dabei haben. Ansonsten muss man durch die harte aber mögliche Variante ohne Dings.

Musik: Der Soundtrack des Spiels ist besser als perfekt, er bleibt im Ohr, hört sich schön an und ist auch sonst top. Die Hälfte der Songs ist Jazz, aber das ist bei mir doch eher ein Plus- als ein Minuspunkt... :)

Humor: Der Humor des Spiels ist schon gut aber.. mit einer Ausnahme sind die einzigen friedlichen Wesen, mit denen man kommuniziert, Toads, die größtenteils auch noch alle gleich aussehen! Wieso kann man nicht mit freundlichen Gumbas, Bob-Ombs etc. reden, die man voneinander unterscheiden kann? Ansonsten gefällt mir der Humor des Spiels ganz gut.

Sidequests: ...könnten in dem Spiel etwas mehr sein. Es gibt keine Sternensplitter, keine Rezepte, keine Orden, keine sonstwas dass man sammeln könnte. Es gibt eine Sidequest: Alle Sticker sammeln. Also, da könnte man noch mal rumschrauben!

Spieldauer: Mit zwischen 30-35 Spielstunden ist die Spielzeit nicht schlecht, kommt aber nicht an die Spielzeit der anderen Teile ran. Es gibt ja weder optionale Bosse, noch 100er-Aufgaben.

Fazit

Paper Mario: Sticker Star ist zweifelsohne ein gutes, unterhaltsames RPG, dass doch viele Jumper-Elemente aufweist. Da es in den Kämpfen wegen den fehlenden Partnern einfach nicht mehr genug strategische Elemente gibt, es aber dennoch ein gut aussehendes, stabiles RPG ist, hätte ich 3 Sterne gegeben. Da es allerdings im Gegensatz zu den anderen Mario-Spielen nur 30-35€ kostet, steigert das das Preis-Umfangs-Verhältnis und ich verschenke den halben Stern. An die Genialität der anderen kommt es aber noch lange, lange nicht ran.


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